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Sieben wissenschaftlichen Institutionen Hildesheims
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Vortrag der Hildesheimer Kultur.Spitzen im RPM | 22. Juni 2016 | 19.00 Uhr

Dr. Andrea Nicklisch, Ethnologin im RPM:

Opferpraxis in Mesoamerika. Zwischen Selbst- und Menschenopfer

Das Opfern von Menschen war einst ein weltweites Phänomen. Sehr sichtbar rückte es jedoch mit der Eroberung der Amerikas in den Blickpunkt Europas und ist bis heute fast untrennbar mit vorspanischen Kulturen wie denjenigen der Azteken und Maya verknüpft. Spanische Chronisten berichteten von über 80.000 geopferten Menschen bei der Neueinweihung des Haupttempels in Mexiko-Tenochtitlan. In der Wissenschaft gab es hingegen zeitweilig Strömungen, die versuchten, die Opferung von Menschen in Mittelamerika vollkommen zu negieren.
Menschenopfer sind seit der olmekischen Zeit (ab 1500 v. Chr.) in Mesoamerika überliefert, zumeist in bildlichen Darstellungen auf Stein, Wandmalereien oder in den vorspanischen Bilderhandschriften. Aber auch Tiere, Blumen oder das eigene Blut brachte man den Göttern als Opfergabe dar.
Wo lagen die Wurzeln dieser für die Spanier so verabscheuungswürdigen Praxis? Waren die Azteken „blutrünstiger“ als andere mesoamerikanische Ethnien?

Dr. Andrea Nicklisch: Im Anschluss an das Studium der Fächer Altamerikanische Sprachen und Kulturen, Ethnologie sowie Vor- und Frühgeschichte an der Universität Hamburg folgte ein Volontariat am Ethnologischen Museum Berlin im Fachreferat Amerikanische Archäologie Mesoamerika. Zwischen 2005 und 2009 Tätigkeit als Projektkoordinatorin und Ko-Kuratorin für nationale und international Ausstellungen des Ethnologischen Museums Berlin.
Von 2009 bis 2013 Promotion im DFG-geförderten Emmy-Noether-Projekt „Text, Bild, Performanz“ am Historischen Seminar der Universität Hamburg, Arbeitsbereich Außereuropäische Geschichte, zu multiplen Lesarten von Bildern auf kirchlichen Silberarbeiten aus dem bolivianischen Altiplano.
Seit Juli 2015 Kuratorin der ethnografischen Sammlung des Roemer- und Pelizaeus-Museums Hildesheim.

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