Treffen mit der/dem Ex zeigte abwechslungsreiche Berufswege (Juni 2017)

 

 

 

  

 

Zum zweiten Mal haben Ehemalige des Studiengangs Soziale Arbeit die Fakultät Soziale Arbeit und Gesundheit besucht, um interessierten Studierenden von ihrem Berufseinstieg zu berichten.

Henrike Goes wählte für ihren Vortrag das Motto "Wenn Plan A nicht funktioniert, gibt es immer noch 26 weitere Buchstaben im Alphabet". Da sie während des Studiums ihre zwei Kinder auf die Welt brachte, konnten weder Studium noch Berufseinstieg geradlinig erfolgen. Trotz oder gerade wegen dieses Spagats zwischen Familie und Beruf hat sie heute eine für sie befriedigende Tätigkeit gefunden, in der sie ihre eigenen Interessen verwirklichen kann. Sie arbeitet unter anderem als pädagogische Mitarbeiterin in der Familienbildungsstätte Salzgitter und als selbständige Trageberaterin. Am Studium an der Fakultät schätzte sie neben der Familienfreundlichkeit besonders die große Praxisnähe.

Genau diese Nähe zur Praxis mit mehreren über das Studium verteilten Phasen erwies sich für Fabian Kuper als Glücksfall. Er kam schon im Studium mit seiner heutigen Arbeitsstätte, dem Cafe Accept, in Kontakt, einer Einrichtung der Drogenhilfe Hildesheim. Im Cafe, einer Anlaufstelle für Opiat (Heroin)-Abhängige, können sich ebensolche in einem geschützten Rahmen bewegen, Kaffee trinken, Mahlzeiten einnehmen, Duschen, ihre Wäsche waschen, Spritzen entsorgen und neue Spritzen mitnehmen. Fabian Kuper fungiert als Ansprechperson für alle Alltagsfragen der Klientinnen und Klienten: "Ich versuche einfach da zu sein und zuzuhören", fasst er seine Rolle zusammen. Wichtig ist es ihm, in seinem beruflichen Alltag den Menschen auf Augenhöhe zu begegnen, menschlich zu sein und zu bleiben.

Für Adrian Stöter ist diese Lebensweltorientierung, welche ihm sein Studium vermittelte, ein wichtiges Instrument in seiner täglichen Arbeitspraxis in der Jugenhilfestelle des Jugendamtes Hildesheim. Nur vor dem Hintergrund des gesamten Lebensumfelds könne eine gelingende Arbeit mit Klientinnen und Klienten erfolgen. Seine Arbeit in der Jugendhilfestation erlebt er als sehr herausfordernd mit einem hohen Maß an Verantwortung, aber mit der konkreten Möglichkeit etwas zu bewegen. Viel wichtiger als gute Noten und ein zügiges Studium seien für ihn die Persönlichkeitsentwicklung im Studium und das Erlangen eines professionellen Habitus gewesen. "Lasst euch Zeit im Studium", ist vor diesem Hintergrund sein Rat an die heutigen Studierenden.

Länger zu studieren rät auch Sabine Mischke und dabei das vielfältige kostenlose Kursangebot wahrzunehmen. Das Studium habe ihr wichtige theoretische Kenntnisse vermittelt, die sie gut auf ihren Berufsalltag vorbereitet haben. Besonders Reflexionsmethoden helfen ihr heute bei ihrer Arbeit in einer Sprachlernklasse mit schwersttraumatisierten geflüchteten Kindern und Jugendlichen. Ihr Studium, zu dem die gelernte Fotografin über Umwege gefunden hatte, war für sie nach Jahren der Selbständigkeit eine besondere Erfahrung: "Ich hatte einfach das Gefühl ein Dach über mir zu haben. Ich konnte Hilfe in Anspruch nehmen, sowohl von Dozierenden als auch von meinen Kommilitoninnen und Kommilitonen. Nach meiner beruflichen Selbständigkeit war das ein ganz neues Gefühl für mich".

Nach den spannenden und abwechslungsreichen Schilderungen der einzelnen Berufswege blieb anschließend noch Zeit für Fragen und Kontaktpflege zwischen Ehemaligen und Studierenden.

 

Treffen mit der/dem Ex zeigte abwechslungsreiche Berufswege (Dezember 2017)

 

 

 

 

 

 

 

 

Am 14.12.2017 sind ehemalige AbsolventInnen des Studiengangs Soziale Arbeit ein drittes Mal an die Hochschule zurückgekehrt, um StudentInnen an ihrem beruflichen Werdegang teilhaben zu lassen. Im Rahmen des Projektes „Das Geheimnis des Gelingens“ organisierten Studierende unter der Anleitung von Margret Gröne und mithilfe von Lernkultur die Veranstaltung zum Treffen mit der/dem Ex und stellten 24 Plakate aus, auf denen von ihnen gesammelte Infos von weiteren AbsolventInnen abgebildet waren.

Dilan Calisir stellte ihre aktuelle Tätigkeit im Sozialdienst der Jugendanstalt Hameln, die mit insgesamt 772 Haftplätzen, eine der größten Jugendstrafvollzugseinrichtungen in Deutschland ist, anhand einer Powerpoint-Präsentation dar. Sie beschrieb alle wesentlichen Tätigkeiten  rund um ihren Berufsalltag und ließ die ZuschauerInnen an ihren Erfahrungen teilhaben. Sie arbeitet mit männlichen Jugendlichen und heranwachsenden Straftätern im Alter von 14 bis 24 Jahren. In ihrer Präsentation zeigte sie u.a. Hintergründe zu Bildungsstand und Migrationshintergrund der Insassen und Bildungs- und Ausbildungsmaßnahmen in der Haftanstalt auf. Als Tipp gab sie den Studierenden mit auf den Weg, das vielfältige Angebot der HAWK in Form von unterschiedlichsten Seminaren zu wählen, um möglichst viel über verschiedene Berufsfelder zu erfahren.

 Malina Wolf präsentierte ebenso mit einer selbstkreierten Powerpoint-Präsentation, die bereits im Titel die kontroverse These aufstellte, dass die Soziale Arbeit in der Psychiatrie sinnlos wäre. Sie arbeitet im Sozialdienst des Ameos Klinikums in Hildesheim und begegnete dieser These sehr früh. Sie ließ sich davon aber nicht abbringen ihre Profession in dem Berufsfeld zu verwirklichen und riet den Studierenden dazu, sich zwar kritisch mit ihrem zukünftigen Berufsfeld auseinanderzusetzen, jedoch nicht zu resignieren, wenn Theorie und Praxis in einer Schere manchmal weit auseinander klaffen.

 Anja Thürnau wurde als letzte Alumni auf dem roten Sofa interviewt und beeindruckte mit ihrem beruflichen Lebenslauf, der den Studierenden aufzeigte, dass eine Selbstständigkeit in der Sozialen Arbeit keine Utopie sein muss. Sie arbeitet als systemische Beraterin und Supervisorin selbstständig in ihrer eigenen Praxis in Sarstedt und seit Sommersemester 2017 als Lehrbeauftragte an der HAWK Hildesheim. Gleichzeitig ist sie mit einer 50% Stelle als Fachberaterin für kommunale Kindertagesstätten beim Landkreis Hildesheim angestellt. Ihr Geheimnis des Gelingens sieht sie in einem Mix aus der eigenen Leidenschaft, die Sinnhaftigkeit und Authentizität, Reflexion und Humor für die Soziale Arbeit beinhaltet.

 Zuletzt präsentierte eine Kleingruppe des Projektes ihren selbst erstellten Film über den Werdegang vom ehemaligen Studierenden der HAWK zum Dozierenden. Anschließend wurde die Galerie eröffnet, die sowohl BerufseinsteigerInnen als auch Berufstätige und Lehrkräfte mit Abschluss an der HAWK zeigte.